Am 11. März haben wir den „Zug der Demokratie“ im Straßenbahndepot Schöneiche eingeweiht. Ab sofort werden Züge der Straßenbahnen 87 und 88 in Schöneiche und Woltersdorf mit Bildern zum Thema Demokratie unterwegs sein, die von Kunstschaffenden, Initiativen, Vereinen und ganzen Schulklassen aus beiden Orten eingereicht wurden.
Rückblick:
Auf Initiative der AG Ausstellungen vom Kulturhaus Alte Schule entstand die Idee, eine Gemeinschaftsausstellung der ungewöhnlichen Art im Rahmen des Programms „Demokratie leben!“ zu organisieren. Diese Ausstellung wurde in Kooperation der beiden Nachbargemeinden Woltersdorf und Schöneiche in den Straßenbahnen 87 und 88 durchgeführt. Wir nutzen hierbei die Flächen der Innen- und Außenwerbung. Wir verweisen bei der Ausstellung auf die Möglichkeiten, mit diesem Programm eigene neue Demokratie-Projekte zu initiieren, den vielen Bündnispartnern eine Plattform zur Verfügung zu stellen, in der die Werte der Demokratie veranschaulicht werden.
Die Ausschreibung zur Beteiligung an diesem Ausstellungsprojekt wurde in beiden Orten breit veröffentlicht. Es gab von Anfang an großes Interesse aus beiden Gemeinden von Vereinen und Organisationen, Kitas und Schulen, Einzelpersonen und Gruppen, die sich für Demokratie engagieren.
Eingereicht wurden 29 Bewerbungen mit weit über 100 Vorschlägen in Form von Bildern Zeichnungen Fotografien und Texten. Die Koordinatorin Katrin Toptschian hat gemeinsam mit der Grafikerin Stefanie Richter alle Vorschläge aufgenommen und entsprechend bearbeitet, so dass wir für jeden Bewerber einen Vorschlag für die Gestaltung des Straßenbahnzuges beziehungsweise der Haltestellen vorlegen konnten.
Es wurden mit allen Partnern Gespräche zur Abstimmung des Projektes geführt, also mit Vertreter*innen der beiden Gemeinden, der Leitung der Straßenbahn, mit dem Beirat des PfD, und es wurden Verträge LLOYD-Werbung Berlin und kwärbeet werbung abgeschlossen, um den Druck der Werbeposter und die Gestaltung der Straßenbahnen abzuklären.
Die Jury wurde paritätisch mit Vertreterinnen und Vertretern aus beiden Orten besetzt: aus Schöneiche Janek Grahmann, Sebastian Mietzner und Heidi Kasanowski, aus Woltersdorf Doreen Eick; Stephane Leonhard und Katrin Toptschian sowie die Koordinationsstelle des PfD Florian Görner und Friederike Grote. Die Jury hat in 2 Sitzungen die Vorschläge gründlich begutachtet und diskutiert, so dass zum Schluss für beide Straßenbahnen eine entsprechende Auswahl getroffen werden konnte und darüber hinaus Plakatentwürfe für diverse Haltestellen in beiden Orten. Da sich insbesondere die Schulen mit besonders vielen Einzelvorschlägen beteiligt haben, regen wir an, zusätzlich ein Straßenbahn-Häuschen als Ausstellungsort für diese Zeichnungen umzugestalten und daraus eine einjährige Demokratie-Galerie im Freien zu gestalten. Es geht um das Straßenbahn-Häuschen an der Schleuse, welches besonders im Interesse der Öffentlichkeit steht.
Es gab in beiden Orten zum Teil kontroverse Diskussionen in den unterschiedlichen Gruppen, ob es sinnvoll ist, sich an diesem Demokratieprojekt zu beteiligen. Die größten Vorbehalte gab es, sich in irgendeiner Weise politisch festzulegen und zu präsentieren.
Für alle die, die sich zum Teil mit ihren Bildern sehr persönlich geäußert haben, ist es ein deutliches Zeichen, Gesicht zu zeigen für die Demokratie. Dieses Ausstellungsprojekt wird uns in diesem Jahr bei vielen Veranstaltungen begleiten, wenn wir auf den Straßen und Plätzen unterwegs sind, die Straßenbahnen an uns vorbeifahren oder wir in den Straßenbahnen unterwegs sind. Inzwischen ist bereits eine Erweiterung des regionalen Ausstellungsprojektes in der Diskussion, um die Nachbarn in Rüdersdorf einzubeziehen. Die Straßenbahn 88 fährt nicht nur durch Schöneiche, sondern auch durch Rüdersdorf. Wir werden gemeinsam mit den Rüdersdorfern überlegen, ob wir über die Partnerschaft für Demokratie des Landkreises zusätzliche Mittel beantragen können, um weitere Werbeflächen für die Ausstellung zu akquirieren.
Der Zug der Demokratie wird in den beiden Straßenbahnen und an den Haltestellen ein ganzes Jahr lang für das Engagement werben und somit nachhaltige Akzente für die Umsetzung des Programms setzen.